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Amritsar -
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Rishikesh -
Manikaran -
Pushkar
Bombay -
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Dharamsala -
Gorakhpur
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Manikaran
Am nächsten Morgen fuhr ich über Haridwar zurück nach Delhi. Dort verbrachte ich ein paar Tage im Tourist-Camp in der Nähe vom Delhi Gate gegenüber dem LNJP Krankenhaus. Es ist ein großes Gelände mit vielen kleinen Zimmern, alle mit einem TV ausgestattet, und viel Platz für Camper und Zelte. Indern ist der Zutritt zum Gelände nicht erlaubt! An der Rezeption hing ein Schild mit der Warnung:
"Gebrauchen Sie keine Drogen, sonst werden Sie konfrontiert mit den Gesetzen unseres Landes".
Hier traf ich einen Deutschen der von Manikaran schmärmte.
Am Connaught Place nahm ich den Bus zusammen mit vielen anderen Freaks nach Manali, das für seinen Charas berühmt war! Ich war der Einzige, der in Bhuntar, kurz vor Kullu ausstieg. Dann musste Manikaran wirklich noch ein Geheimtipp sein!
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Kullu Tal
Ich wartete einige Stunden als Einziger in einem Restaurant auf den Bus. Der Besitzer bot mir direkt Haschisch in jeder Menge an. Ich begnügte mich mit ein paar Gramm. Er lobte meinen Entschluss, nicht nach Manali gefahren zu sein, und erzählte von Manikaran.
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Ting Po
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Kullu Tal II
Der Legende nach lebten Shiva und Parvati über tausend Jahre hier, weil sie Manikaran so sehr liebten. Bis eines Tages Parvati beim Baden im Fluss einen der Edelsteine (Mani) verlor, die sie in ihrem Ohrring trug. Als Shiva's Suche erfolglos blieb, öffnete der wütende Gott sein drittes Auge, was zur totalen Zerstörung geführt hätte. Das Schlimmste fürchtend, baten die Götter Shesh Nag, den Schlangengott, nach dem verlorenen Stein zu suchen. Der zischte und zischte und stellte Luftblasen und Heißwasser im Fluß her, der daraufhin viele kostbare Steine, einschliesslich den von Parvati verlorenen, herraus warf. Seit damals kocht das Wasser hier und spuckt Schwefelgas nahe am Ufer. Guru Nanak, der erste Heilige der Sikkh-Religion besuchte die heiligen Quellen von Manikaran und man erzählt sich von vielen Wundern, die hier geschehen sein sollen.
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Parvati Tal
Fotos von Ting Po
Es ging auf einer abenteuerlichen Strasse aus dem Kullu-Valley ins Parvati-Valley. Mein Magen und meine Nerven hatten einiges auszuhalten. Einige Male sah ich unten in der Schlucht einen abgestürzten Bus. Aber die verzaubernde Landschaft entschädigte für alles.
Und endlich sah man aufsteigende Dämpfe. Über eine Brücke überquerte ich den Parvati-River. Ich nahm Quartier, wie die meisten Mitreisenden im Gurudwara. Eine kostenlose Herberge, die jedermann offen stand. Der Sikkh-Tempel wurde über einer Quelle gebaut, und es gibt ein grosses Warmwasserbad. Zwei andere Bäder befinden sich in Gästehäusern. In diesen heißen Quellen ist eine hohe Dosis an Uran und radioaktiven Mineralien festgestellt worden.
Ich saß stundenlang am Rande des Beckens mit den Beinen zur Hälfte im heissen Wasser, dem heilende Wirkung zugeschrieben werden. Sowohl körperlich, als auch geistig. Irgendwann traute ich mich ganz in das sehr heisse Wasser rein, und schwamm zum Erstaunen der indischen Pilger, durch das halbe Becken. Danach ging ich zu den Saddhus, die neben dem Tempel, vor einer kleinen, kochenden Quelle, ihr Lager aufgeschlagen hatten. Der Boden war an einigen Stellen so heiss, daß man aufpassen musste, sich nicht die Füsse zu verbrennen, da man sich natürlich barfuss im Tempel bewegte. Vom Bad ziemlich ermüdet, legte ich mich nach einem Chillum mit den Babas, in meinen Schlafsack.
Ich nahm mein Frühstück im Chaishop ein. Der einzige Platz im kleinen Ort, an dem man ausserhalb des Gurudwaras etwas essen konnte. Hier traf ich Steve und Maria aus England, die mich zu sich in ein angemietetes Zimmer einluden. Stolz zeigten sie mir, was sie in einer Woche angesammelt hatten. Circa 500 Gramm bestes Charas.
"Wir sind jeden Tag höher in die Berge gelaufen, und haben den zurückkommenden Leuten den Shit abgekauft. Die gehen bis auf 4000 Meter rauf. Da sind die Pflanzen am harzigsten. Auf halben Wege gibt es einen Chaishop, wo Du vielleicht auch mehr bekommst. Das wird dann in jedem Falle teurer."
"Wieviel sind eine Tola und was kostet das Gramm, Steve?"
"Eine Tola sind 11,6 Gramm und kostet 10 Rupien.. In Goa bekommst Du dafür mindestens 100."
Er zeigte mir seine selbstgebaute Waage aus Blechdosendeckel und drei Münzen. 1, ½ und ¼ Rupie in Silber aus der Kolonialzeit. Und die wogen genau 1, ½ und ¼ Tola.
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Silber-Rupee von 1917
Foto von Peter Engelhardt
"Mehr als ein bis zwei Tolas schaffen auch die Besten nicht an einem Tag zu ernten. Weisst Du, wie sie es ernten?"
"Ja, hab ich auf dem Weg von Rishikesh nach Kedarnath
gesehen. Ich habs auch versucht, aber ziemlich lange dafür gebraucht!"
"Ja, das ist eine Kunst für sich! Man muss wissen, welche Pflanzen man bearbeitet. Das kann man in der Saison, die vom Vollmond im September bis zum Vollmond im Oktober geht, 2 bis 3 mal mit demselben Gewächs machen! Möchtes Du meine Waage kaufen? Ich besorge mir eine genauere in Delhi!
Sagen wir 5 Dollars!"
"Ja, gerne! Die kann ich wirlich gut gebrauchen!"
"Du könntest auch unser Zimmer übernehmen!"
"Oh ja, das nimm ich auch gerne an!"
"Weisst Du, daß in Kullu gerade das 'Dussehra' stattfindet?"
"Nein!"
"Mehr als hundert Statuen von Gottheiten werden aus den umliegenden Dörfern, begleitet von Musik, nach Kullu gebracht, um Lord Raghunath die Ehre zu erweisen. Das Fest dauert eine Woche mit einem riesigen Markt. Solltest Du Dir nicht entgehen lassen! Wir fahren morgen über Kullu nach Pushkar in Rajastan. Dort findet ein riesiger Kamelmarkt statt, an einem heiligen See, am Rande der Wüste! Hier hab ich noch ein Geschenk für Dich!"
Er gab mir einen, in einem Silberpapier eingewickelten, LSD-Trip auf Papier.
"Acid vom Feinsten. Wir müssen jetzt schlafen gehen, da wir morgen früh raus müssen. Ich sage dem Vermieter Bescheid, daß Du das Zimmer übernimmst. Viel Glück und eine schöne Reise!"
"Danke für die Tipps, vor allem für das acid. Wahrscheinlich sehen wir uns in Goa!"
"See you Christmas in Goa, Chris!"
Dankbar nahm ich am nächsten Tag mein neues Quartier in Besitz. Auch wenn ich die Gesellschaft der Pilger, und vor allem der Babas genoss, war es doch angenehm, einen Platz zu haben an dem man sich zurückziehen konnte. Ich war jetzt der einzige Ausländer in Manikaran, wahrscheinlich im ganzen Parvati-Valley. Hier gab es ausser einem Reis mit Dhal, dem indischen Nationalgericht aus Linsen, im Tempel und vielleicht ein paar Pakoras aus Kartoffeln und Zwiebeln in Kichererbsenmehl im Chai-Shop nichts zu essen. Ich beschloss am nächsten Tag nach Kullu zu fahren, mir das Fest und den Markt anzuschauen, und ein paar Lebensmittel einzukaufen.
In Kullu erwartete mich ein riesiger, bunter Markt. Mit Kunsthandwerk aus vielen Regionen des Himalaya und eine fantastische Prozession der auf Sänften getragenden Götterfiguren. Die waren zum Teil aus Gold und Silber gearbeitet, und mit Blumen geschmückt. Begleitet wurden sie von Musikern, von denen viele grosse silberne Hörner bliesen. Ich kaufte mir einen Kullu-typischen grossen Schal. Ausserdem Trockenfrüchte, Nüsse, Süßigkeiten, Äpfel und Kartoffeln. Mit einer Vielfalt von neuen Eindrücken und mit reichlich Proviant versorgt fuhr ich zurück in mein kleines Dorf, wo ich spätabends ankam. Ich verstaute die Vorräte in meinem Kämmerchen und ging mit ein paar Kartoffeln zu den Babas, die sich riesig darüber freuten. An einer Stelle war das Wasser der Quelle so heiss, daß man dort seinen Reis kochte oder wie jetzt meine Kartoffeln. Ich erzählte von dem Dussehra in Kullu und erfuhr, daß auch ein Fest in Manikaran stattfinden würde.
Am nächsten Morgen herrschte Festtagsstimmung im Dorf. Es wurden Stände aufgebaut, und die Leute putzten sich und ihre Häuser. Nach einem Chai mit Zwieback und ein paar Äpfeln, Trockenfrüchten und LSD im Gepäck, den Harinder-Berg vor Augen, trat ich meinen Weg bergaufwärts an. Ein Blick auf ihn soll von allem Übel befreien, genauso wie das Bad in den heiligen Quellen. Manikaran liegt auf 1737 Metern, und ging an diesem Tag vielleicht 1000 Meter höher. Unterwegs bot mir eine alte Frau eine halbe Tola an. Die Arbeit von ein paar Stunden. Ich gab ihr 5 Rupien und einen Apfel, über den sie sich wahnsinnig freute. Sie schien, schon lange keinen mehr in ihrer Hand gehalten zu haben, weil sie ihn zärtlich streichelte. Es freute mich jemanden glücklich gemacht zu haben, und ich war es auch. Wahrscheinlich würde der Schatz mit der gesamten Familie geteilt werden. So beflügelt, packte ich meine Silberfolie aus, und legte das acid auf meine Zunge. Ich genoss das Gefühl und schluckte das Papier erst nach einigen Minuten hinunter. Als ich den Chai-Shop erreichte, hatte ich schon 3 Tolas zusammen. Und jetzt zeigte das Acid seine Wirkung.
Ich fand mich in einer bunten Runde von Händlern wieder. Das überraschte mich jetzt etwas, obwohl mir Steve das ja erzählt hatte, und ich war etwas verunsichert. Auch wenn ich ihre Sprache nicht verstand, bekam ich doch den Inhalt ihrer Gespräche mit. Ohne sie lief nichts, wenn man schnell an eine grössere Menge kommen wollte. Für mich war es jetzt aber auch nicht der Moment für Geschäfte und ich ging hinaus, und genoss die grandiose Aussicht auf ein anderes Tal. In ein Tal von vielen Tälern. Der Himmel färbte sich langsam, und nahm die Farbe vom Rhododendron an, der die Landschaft in ein rotes und violettes Meer tauchte. Es war das Startsignal zu einer bunten Prozession, die sich bergabwärts in Bewegung setzte. Alle liefen zum Fest, in ihren besten Gewändern, ihrem schönsten Schmuck und einem verzaubernden Lächeln. Es wurden immer mehr, und ich war mittendrin.
Manikaran strahlte ungewöhnlich durch die vielen zusätzlichen Lichter. Es roch nach frittierten Süßigkeiten und Pakoras. Im Shiva-Tempel tanzten tibetische Lamas in prächtigen Gewändern. Sie drehten sich im Kreise, um ihre eigene Achse. Der ganze Raum schien zu kreisen. Meine Umgebung schien meinen Zustand mitzubekommen. Aber sie waren mir wohlgesonnen.
Ich entnahm meinem Proviant eine verschlossene Schachtel mit Süssigkeiten, versteckte sie unter meinem Schal und ging zur Quelle, deren Dämpfe in allen Regenbogenfarben erstrahlte. Die Babas strahlten mich an und strahlten noch mehr als ich meine Schachtel herauskramte. Ich legte sie in eine Ecke mit den Worten:
"Das Wasser ruft mich!
Ich komme gleich wieder!
Passt gut auf die Süßigkeiten auf!"
"Lass uns nicht zu lange warten!"
antworteten sie, und ihr Lachen fand Widerhall im ganzen Tempel.
Das Bad gehörte mir allein. Diesmal gewöhnte ich mich schnell an die 40° - 50° Wassertemperatur, und schwamm immer wieder durch das Lebenselixier. Unterhalb des Tempels war der Parvati-River zum Teil zugefroren, dementsprechend war die Außentemperatur. Ich weiss nicht, wie oft ich, nur in Unterhose bekleidet, aus dem heißen Wasser ins Freie lief, den halbzugefrorenen Fluss sah, und wieder zurück ins heisse Wasser stürzte. Aber ich erinnere mich, daß ich den Temperatur-Unterschied immer weniger spürte. Sich fast aufhob. Das hätte ich noch ewig machen können, aber ich erinnerte mich an die Babas, die sich auf die Süßigkeiten freuten.
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Peter Engelhardt
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Im Inneren eines Wassertropfens
Digitales Bild von Mimulux
Ich ging zu den in orange und rot gekleideten Babas - es mögen 12 gewesen sein - und sie freuten sich wie Kinder, als ich die Süßigkeiten in ihre Mitte stellte. Ich wurde von ihrer Energie getragen!
"OHM...shanti...shanti..."
sagte ein sehr junger Saddhu zu mir, und deutete auf das brodelnde Wasser.
"Die Stimme Shivas! shanti ... shanti!"
Ich setzte mich direkt vor die sprudelnde Quelle. Shiva schien mir vom ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, von Zerstörung und neuer Schöpfung zu erzählen. Ich wurde hineingesogen in eine unendliche Spirale...immer tiefer in einen bunten Spiralnebel aus roten Rubinen, blauen Saphiren, Feueropalen und Aquamarinen. Ich wurde immer mehr hineingesogen und entfernte mich etwas von dem kochenden Lebenselexier. Ich konzentrierte mich auf einen Wassertropfen und tauchte wieder in diesen kosmischen Strudel ein.
Der Makrokosmos im Mikrokosmos...
das Innen ist außen und das Außen ist innen!
Ich setzte mich wieder zu meinen Freunden, deren Augen zu Kaleidoskopen wurden. Als der Älteste mit seinen langen weißen Haaren, seinem langen weißen Bart im purpurfarbenen Gewande mir ein Burfi aus Milch, Zucker und Pistazien, eingewickelt in Blattsilber, reichte, kam er mir vor wie der Weihnachtsmann. Am Rande unseres Platzes hatte sich jemand in einem Holzverschlag zurückgezogen. Man sah nur manchmal seine Hand, die er herausstreckte, wenn ein Chillum kreiste, oder wenn es etwas zu essen gab; was jedesmal zu Gelächter führte. Man konnte ihm nichts verheimlichen. Als nur noch eine Köstlichkeit übrig war, kam prompt seine Hand heraus.
Ich hörte noch lange ihr Gelächter, als ich der aufgehenden Sonne entgegen, in die Berge ging. Als sie unterging, kam ich angereichert mit unvergesslichen Bildern und 5 Tolas zurück.
Noch eine Woche lang , bis zum Vollmond, ging ich auf meine tägliche, vergnügliche Einkaufstour. Mittlerweile kannten mich die Einheimischen. Viele erkannten auch Steve's Waage, was zusätzliches Vertrauen schaffte. Jetzt wurde es auch immer kälter hier oben und es wurde Zeit in den Süden zu ziehen.
weiter
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Mimulux
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