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Ich machte nur einen kurzen Stop in Peshawar und nahm einen Bus nach Lahore. Hier war die indische Vergangenheit nicht zu übersehen und zu überhören. Manchmal sah man auch noch Überreste hinduistischer Kultur in Form von Tempelruinen. Zeitzeugen religiösen Wahns. Opfer einer der vielen 'heiligen Kriege', die im Namen Gottes geführt wurden und immer noch geführt werden. Nach den Eroberern kamen die Missionare und christianisierten die so genannten Heiden in Südamerika. Unter den Kreuzfahrern, die ins heilige Land pilgerten, waren auch Kreuzritter die gegen die Moslems in die Schlacht zogen. Pakistan ist das Resultat eines Religionskrieges und deren Kämpfer können regelrecht blutrünstig werden, wie man es 1984 in Indien sehen konnte, als Hindus gegen Sikhs kämpften.
Ich fuhr zur Indischen Grenze und reihte mich in eine lange Schlange von aufgeregten Freaks ein. Am Tor zum 'Verheißenen Land' wurden wir von einem duftendem Blütenmeer und Vogelgesang empfangen. Ich erinnere mich an Azaleen in allen möglichen Farben. Und ich erinnere mich auch an einen Vorfall auf der anderen Straßenseite. Indienrückkehrer mit strahlenden und manchmal auch traurigen Augen. Einige sahen sehr erschöpft aus. Einem von ihnen griff eine indische Grenzbeamtin plötzlich an die Genitalien, und schien fündig geworden zu sein. Jedenfalls wurde er in die Station abgeführt. Die Grenzatmosphäre war friedlicher und ruhiger als 1974. Damals schauten die Einheimischen etwas beunruhigt in den Himmel, wenn ein Flugzeug zu hören war. Der letzte Krieg lag da erst zwei Jahre zurück.
An diesem Tag fuhr ich mit vielen Genossen nach Amritsar.
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